Simon Beckett - Die ewigen Toten






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Im 6. Teil der Bestsellerreihe um David Hunter ermittelt der forensische Anthropologe in einem verlassenen Krankenhaus mit schreckensreicher Vergangenheit. 
Nur Fledermäuse verirren sich noch nach St. Jude. Das Krankenhaus im Norden Londons, seit Jahren stillgelegt, soll in Kürze abgerissen werden. Doch dann wird auf dem staubigen Dachboden eine Leiche gefunden, eingewickelt in eine Plastikhülle. Die Tote, das sieht David Hunter sofort, liegt schon seit langer Zeit hier. Durch das trockene und stickige Klima ist der Körper teilweise mumifiziert. 
Als beim Versuch, die Leiche zu bergen, der Boden des baufälligen Gebäudes einbricht, entdeckt der forensische Anthropologe ein fensterloses Krankenzimmer, das nicht auf den Plänen verzeichnet ist. Warum wusste niemand von der Existenz dieses Raumes? Und warum wurde der Eingang zugemauert, obwohl dort nach wie vor Krankenbetten stehen? Betten, in denen noch jemand liegt…
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Als ich von Rowohlt die Nachricht bekommen habe, dass ich ein Rezensionsexemplar von meiner Lieblingsreihe erhalten werde, habe ich geschrien vor Freude. Wer hätte das gedacht, dass ich durch mein Hobby einmal diese Chance bekomme? Ich danke auch hier noch einmal dem Verlag und natürlich auch euch dafür!

Wer meine anderen Posts zu der David-Hunter-Reihe gelesen hat und mir bei Instagram folgt weiß, dass ich diese Reihe liebe. Es begann mit einer Empfehlung meiner Schwester. Ich war erst nicht besonders angetan von Thrillern, aber am Ende bin ich froh, dass ich dem ersten Band eine Chance gab. 
Als ich die erste Seite anfing zu lesen, war es für mich wie einen alten Freund wiederzusehen. Im Mai letzten Jahres war zwar erst der vorherige Teil "Totenfang" erschienen, für mich aber fühlte es sich an, als wäre es mindestens 3 Jahre her gewesen. Die erste Seite begann, wie bei den anderen Teilen, mit ein paar Fakten zum Verwesungsprozess des menschlichen Körpers und direkt war ich gefesselt. Für mich war dieser Moment so ähnlich wie ein Vorspann am Anfang eines Films im Kino. Du sitzt dort hörst die ersten Töne der Titelmusik und bist total gespannt auf die Figuren und das neue Abenteuer. 

Simon Beckett konnte mich auch in diesem Band von seinem Schreibstil begeistern. Er erzählte die Geschichte aus der Sicht des forensischen Anthropologen David Hunter. Sobald dieser einen Raum betritt, wird das Geschehen so dargestellt, als wäre man dabei. Der Leser nimmt alle Eindrücke wahr. Riecht das, was er riecht und fühlt, was er fühlt.  
Auch gefällt mir an Becketts Schreibweise, dass er nicht ewig lang in die Geschichte einführt, sondern direkt zur Sache kommt. Schon auf Seite 31 stockte mir der Atem. Hier beschrieb er ein Merkmal an der Leiche, das schockierte. Schon war ich gepackt und konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen.

Besonders gefällt mir an der David-Hunter-Reihe, dass man die Entwicklung des Protagonisten mitbekommt. Wie bei einer Serie kriegst du mit, dass sich der Charakter weiterentwickelt. Du merkst, dass selbst den Ermittler, der schon einiges schlimmes erlebt hat, nicht alles kalt lässt und gar nicht so taff ist, wie er sich gegenüber seinem Umfeld gibt. Er leidet besonders in diesem Band unter ausgeprägtem Verfolungswahn und Albträumen.

Natürlich ist auch dieses Buch nicht durchgehend spannend. Teilweise, wenn Hunter im Labor gearbeitet hat oder sonstige Ermittlungen stattfanden, fand auch ich es etwas langatmig. Gerade durch die vielen Beschreibungen und Wahrnehmungen, die Simon Beckett dem Leser vermitteln will, lässt sich so eine Situation nicht vermeiden.

Für mich war dieser Thriller ein etwas anderer als die vorherigen Bände der Reihe. Bei den anderen war ein Mörder vor Ort und es gab nach und nach wieder ein neues Opfer. Beim ersten Teil hat man sogar noch die Perspektive des Mörders mitbekommen. Bei diesem Band sind die Morde vor knapp einem Jahr passiert. Deswegen hatte dieser etwas von einer Folge von CSI. 
Das Ende war so überraschend wie immer. Typisch für Beckett ist eine Wendung in der Handlung, in der man einfach nur noch geschockt ist. Der Täter ist jemand völlig anderes, als man gedacht hatte. Meistens jemand, der bereits in der Handlung vorkam, jedoch als zu schwach wirkte, um all dies getan haben zu können.
Bis zur letzten Seite werden jegliche Fragen, die der Leser sich während dem Lesen stellt beantwortet und auch ein lange gehütetes Geheimnis endlich gelüftet. Dadurch erscheint es jedoch (und ich bete zu Gott, dass es nicht so ist), als wäre dies das Ende der Reihe.

Abschließend lässt sich sagen, dass alle Hunter-Fans garantiert nicht enttäuscht sein werden. Ihnen wird wieder eine Geschichte voller Wendungen und unzähligen spannenden Momenten geboten. Auch der mutige David Hunter, der sich immer für andere einsetzt und auch sein eigenes Leben dafür aufs Spiel setzt hat mich wieder einmal begeistern können. All dies und dieser lebensechte Erzählstil, der einen selber in die Ermittlung eintauchen lässt, bekommt von mir 4,5 / 5 Sterne. Weiter so Simon Beckett !

Simon Beckett´s Schreibstil in 3 Worten:
überraschend, lebendig, fesselnd

Der Post steht in Verbindung mit dem Verlag Rowohlt. Dafür habe ich ein Rezensionsexemplar erhalten.

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